Im Kuriositätenkabinett

Tattoos erfordern brutale Willenskraft. Selbst der Ehe zu entkommen ist leichter, als die Entscheidung zum malerischen Körperschmuck irgendwann rückgängig zu machen. Und trotzdem sind wir beseelt von der Idee, dass das, was wir heute wollen, sich unter keinen Umständen irgendwann als falsch erweisen wird. Auf diesem Wege gelangten knubbelige Wale auf Männerbrüste, chinesische Essstäbchen auf Schenkelinnenseiten und selbst das eigene Haustier ist nicht davor gefeit, irgendwann umgeben von Rosenranken fotorealistisch auf einem Unterarm zu landen.

Und immer, wenn die Frage auftaucht, wie all das wohl in vielen Jahren und mit dem Verlust unserer Spannkraft aussehen wird, verweist der Gebrandmarkte darauf, dass wir doch dann alle so aussehen werden. Vereint im Bedauern über unsere Fehlentscheidungen.
Doch wer glaubt, es ginge kaum schlimmer, hat die Kuriositätensammlung noch nicht gesehen, die The Chive kürzlich zusammengestellt hat. Kuratiert unter dem Titel „The most ridiculous tattoos“ versammeln sich dort Tattoos, die so abwegig sind, dass sie schon wieder liebenswert erscheinen. Oder um es mit Konfuzius zu sagen: “Wer sich seiner Fehler schämt, macht sie zu Verbrechen”.

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